Eingabe zum Digitalen Identitätengesetz

EUDI-Wallet: Digitale Identitäten müssen die Praxis abbilden und Vertrauen schaffen 

Nahaufnahme einer Computertastatur mit Fingerabdrucksensor als Symbol für sichere Anmeldung. Bild: @Elena Uve via canva.com

Die EUDI-Wallet und die geplante European Business Wallet können ein wichtiger Schritt für eine moderne digitale Verwaltung werden. Als Bundesteuerberaterkammer setzen wir uns dafür ein, dass die Wallet-Infrastruktur die tatsächlichen Rollen im Rechts- und Verwaltungsverkehr abbildet.

Für Steuerberaterinnen und Steuerberater bedeutet das: Es reicht nicht, nur die private Identität einer natürlichen Person digital nachzuweisen. In der Praxis müssen auch berufliche Identität, Organisationsidentität und Vertretungsbefugnisse rechtssicher, eindeutig und medienbruchfrei nachgewiesen werden können.

Deshalb haben wir unsere Eingabe zum Regierungsentwurf des Digitalen Identitätengesetzes abgegeben.

Unser zentrales Anliegen: Der gesamte steuerberatende Berufsstand muss Zugang zur künftigen European Business Wallet erhalten. Nach der derzeitigen Fassung besteht die Gefahr, dass insbesondere wirtschaftlich tätige natürliche Personen sowie nicht in Handels- oder Gesellschaftsregistern geführte steuerberatende Berufsausübungsgesellschaften nicht berücksichtig werden.

Wir setzen uns insbesondere dafür ein, dass:
1
die berufliche Identität eigenständig abgebildet wird.

Steuerberaterinnen und Steuerberater müssen ihre Berufsträgereigenschaft digital nachweisen können – getrennt von der privaten Identität und auf Grundlage verlässlicher Registerstrukturen. Freie Berufe, Einzelpraxen und nicht eingetragene Berufsausübungsgesellschaften dürfen im Wallet-Ökosystem nicht benachteiligt werden.

2
bestehende vertrauenswürdige Strukturen genutzt werden.

Das Amtliche Steuerberaterverzeichnis, das Unternehmensbasisdatenregister und die Vollmachtsdatenbanken können einen wichtigen Beitrag leisten, um Identität und Berechtigungen verlässlich abzubilden.

3
Vollmachten und Vertretungsbefugnisse integriert werden.

Digitale Verwaltung funktioniert nur dann wirklich durchgängig, wenn nicht nur feststeht, wer handelt – sondern auch, für wen und mit welcher Befugnis gehandelt wird. Gerade hier kommt dem steuerberatenden Berufsstand eine besondere Rolle zu.

Steuerberaterinnen und Steuerberater sind zentrale Vertrauenspersonen und Intermediäre in zahlreichen Verwaltungsprozessen. Sie handeln täglich für Unternehmen, Selbstständige und wirtschaftlich Tätige. Die künftige Wallet-Architektur muss diese Rolle rechtlich und technisch nachvollziehbar abbilden.

Unser Ziel ist klar: Digitale Identitäten müssen Verwaltung vereinfachen, Verfahren beschleunigen und Vertrauen schaffen. Dafür braucht es praxistaugliche Lösungen – nicht nur für Bürgerinnen und Bürger, sondern auch für Wirtschaft, Verwaltung und die Freien Berufe.

HINWEIS

👉 Weitere Informationen zur Eingabe finden Sie auf der Webseite der Bundesteuerberaterkammer.

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Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) ist die gesetzliche Spitzenorganisation des steuerberatenden Berufs.
Sie vertritt die Interessen der Steuerberater*innen auf nationaler und internationaler Ebene, wirkt an Steuer- und Berufsrecht mit und fördert Fortbildung sowie Nachwuchs. Erfahren Sie mehr über die Arbeit der BStBK und unser Engagement für den Berufsstand.

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