Wie gut funktioniert die Beurteilung des Greenwashing-Risikos mittels KI?
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Nachhaltigkeitsperformance offenzulegen. Hierdurch werden Anreizstrukturen etabliert, diese deutlich zu positiv darzustellen. Um aufseiten von Kunden und Kapitalgebern Fehlallokationen zu vermeiden, ist das Erkennen von Greenwashing zu einer neuen, herausfordernden Aufgabe von Stakeholdern im Allgemeinen und Prüfern im Besonderen erwachsen. Dieser Beitrag untersucht beispielhaft, ob und inwieweit die Verwendung öffentlicher zugänglicher KI-Modelle hierzu sinnvoll eingesetzt werden kann.
KERNAUSSAGEN
👉 Der Kampf gegen Greenwashing besitzt Top-Priorität im Rahmen einer vertrauenswürdigen Nachhaltigkeitsberichterstattung.
👉 Die „Sieben Sünden des Greenwashings“ bieten einen etablierten Kriterienkatalog zur Abschätzung des Greenwashing-Risikos, der sich in relevanten Regelwerken wiederfindet.
👉 Der Einsatz von KI-Modellen wie ChatGPT™ oder Gemini™ hat deutliches Potenzial im Rahmen der Abschätzung des Greenwashing-Risikos.
Nachhaltigkeit hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Leitprinzip unternehmerischer Praxis entwickelt. Getrieben durch regulatorische Anforderungen wie den Europäischen Green Deal, die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und nationale Vorgaben sehen sich Unternehmen zunehmend verpflichtet, ökologische, soziale und governancebezogene Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit transparent und umfassend darzustellen. Die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit wird dabei durch gesellschaftliche Trends, politische Zielsetzungen sowie Gerichtsentscheidungen geprägt, welche die Bedeutung der Nachhaltigkeitskommunikation für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens kontinuierlich verstärken.
Angesichts dieser Erwartungshaltung der Öffentlichkeit sehen sich Unternehmen dem Druck ausgesetzt, ihre Nachhaltigkeitsperformance möglichst positiv darzustellen, um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen oder zumindest keine wirtschaftlichen Nachteile – wie etwa eine zurückgehende Nachfrage ihrer Produkte oder Dienstleistungen – in Kauf nehmen zu müssen. In diesem Kontext rückt das Phänomen des Greenwashings verstärkt in den Fokus der wissenschaftlichen und regulatorischen Diskussion, welches Phänomene wie etwa eine übertrieben positive, verzerrte oder selektive Darstellung von nachhaltigkeitsrelevanten Informationen umfasst. Hiermit soll ein ökologisch oder sozial verantwortungsvolleres Unternehmensbild vermittelt werden, als dies den tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Die Abgrenzung zwischen zulässiger und irreführender Kommunikation ist dabei nicht immer eindeutig. Insbesondere vage oder unpräzise formulierte „Green Claims“ („natürlich“, „klimaneutral“, „umweltfreundlich“) bergen für Stakeholder eine erhebliche Gefahr der Irreführung, wenn die dahinterstehenden Sachverhalte nicht transparent dargelegt werden.
Vor diesem Hintergrund stellt sich zunehmend die Frage, wie zuverlässig Nachhaltigkeitsberichte die tatsächliche ökologische und soziale Performance von Unternehmen widerspiegeln und inwieweit strukturelle Risiken bestehen, dass nachhaltigkeitsrelevante Aspekte einseitig, unvollständig oder missverständlich dargestellt werden. Gleichzeitig wächst der Druck auf Aufsichtsbehörden, Prüfer und Stakeholder, potenziell irreführende Berichte effizient zu identifizieren.
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Dies ist eine Kurzfassung des Beitrages aus NWB 2026 Nr.3 vom 13.03.2026
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