Digitales Meldesystem auf Basis der E-Rechnung

VeR veröffentlicht Strategiepapier zum digitalen Meldesystem

Abstraktes Netzwerk aus leuchtenden Linien und Knoten auf Blau Bild: @FoToArtist via canva.com

Der Verband elektronische Rechnung (VeR) hat im Mai sein neues Strategiepapier „Effiziente Umsetzung des Meldesystems“ veröffentlicht. Darin zeigt der Expertenverband der deutschen E-Invoicing-Branche, wie ein digitales Meldesystem auf Basis der E-Rechnung in Deutschland wirtschaftlich sinnvoll, technisch realistisch und europäisch anschlussfähig umgesetzt werden kann. 

Das Ergebnis der umfassenden Bestands- und Situationsbewertung für die größte Volkswirtschaft Europas: Das künftige deutsche Meldesystem muss nicht auf der grünen Wiese entstehen. Mit der verpflichtenden B2B-E-Rechnung, etablierten E-Invoicing-Providern, vorhandenen Plattforminfrastrukturen und Netzwerken wie Peppol sind wesentliche technische und organisatorische Grundlagen bereits im Markt vorhanden.  

Das Strategiepapier beschreibt das Meldesystem deshalb als logische Weiterentwicklung bestehender E-Rechnungsprozesse – nicht als zusätzlichen bürokratischen Parallelprozess. 

„Die Schienen sind gelegt. Jetzt gilt es, sie zu nutzen“,

bestätigt Dr. Donovan Pfaff, der den zuständigen VeR-Arbeitskreis leitet und dem über zehnköpfigen Autorenteam vorstand.

Dr. Donovan Pfaff

Dr. Donovan Pfaff

CEO @Bonpango, VeR Experte

Entscheidend sei nicht mehr das „Ob“, sondern das „Wie“ der Umsetzung. Wird das Meldesystem interoperabel, providergetragen und verlässlich ausgestaltet, können bestehende Systeme genutzt, Umstellungsrisiken reduziert und zusätzliche Komplexität vermieden werden.

E-Rechnung als Grundlage für Steuerdigitalisierung und Effizienz 

Aus Sicht des VeR ist die E-Rechnung mehr als eine neue gesetzliche Pflicht. Sie schafft die Datenbasis für ein transaktionsnahes digitales Meldesystem, das steuerrelevante Kerndaten automatisiert aus vorhandenen E-Rechnungen gewinnen und an die Finanzverwaltung übermitteln kann. Ziel ist ein digitaler Ende-zu-Ende-Prozess nach dem Prinzip „Einmal erzeugen – mehrfach nutzen“. 

„Für Unternehmen liegt darin ein erhebliches Effizienzpotenzial“,

betont VeR-Vorstandsvorsitzender Ivo Moszynski.

Ivo Moszynski

Ivo Moszynski

Vorsitzender des VeR-Vorstandes

Denn werden E-Rechnung und Meldung technisch im selben Ablauf umgesetzt, entsteht kein zusätzlicher Reporting-Schritt. Stattdessen können manuelle Aufwände, Fehlerquellen und steuerliche Risiken reduziert werden. Gleichzeitig entsteht mehr Planungssicherheit für Unternehmen und Verwaltung. 


Provider als technisches Rückgrat 

Eine Schlüsselrolle kommt nach Einschätzung des VeR künftig den E-Invoicing-Providern und Plattformdienstleistern zu. Die Dienstleister sind bereits heute tief in den Prozessketten der Unternehmen integriert und können auch zukünftig die Validierung, Konvertierung, sichere Übertragung, Adressierung, Fehlerhandling und die Extraktion meldepflichtiger Kerndaten verlässlich und compliant übernehmen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen werden dadurch entlastet, weil technische und regulatorische Komplexität nicht in jedem Unternehmen einzeln aufgebaut werden muss. 

Europäisch anschlussfähig statt nationaler Sonderweg  

Das Strategiepapier empfiehlt, das deutsche Meldesystem von Beginn an so auszugestalten, dass künftige Anforderungen aus ViDA, DRR und VIES ohne Systembrüche aufgenommen werden können.  

Dafür brauche es klare Governance, Datensparsamkeit, rechtzeitig veröffentlichte technische Spezifikationen, stabile Testumgebungen und einen stufenweisen Roll-out auf Basis bestehender Netzwerk- und Peppol-Infrastrukturen.

HINWEIS

 

Das Strategiepapier „Effiziente Umsetzung des Meldesystems“ wurde vom Arbeitskreis Meldesystem des VeR erarbeitet und steht ab sofort zum Download bereit.

Es kann unter Angabe der Urheberinformationen auch für die weitere fachliche Berichterstattung genutzt und/oder direkt zum Download weiterverwendet werden.

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