Mehr Daten, mehr KI, mehr Verantwortung

OECD: KI-Einsatz in Steuerverwaltungen nimmt stark zu

Frau analysiert Daten auf mehreren Bildschirmen, Symbolbild für KI in Steuerverwaltungen Bild: AI-generated via canva.com

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Steuerverwaltungen hat weltweit deutlich zugenommen. Nach Angaben der OECD nutzten 2023 bereits mehr als 90 Prozent der Mitgliedsländer des OECD Forum on Tax Administration KI-Lösungen oder bereiteten deren Einführung vor. 2018 lag dieser Anteil noch bei rund 40 Prozent.

Die OECD sieht diese Entwicklung als Teil einer langfristigen Transformation. Steuerverwaltungen verfügen heute über große Mengen digitaler Informationen und entwickeln sich zunehmend zu datengetriebenen Organisationen. KI und Data-Science-Methoden werden dabei nicht nur für Berechnungen genutzt, sondern vor allem, um Verfahren vorausschauender, risikoorientierter und effizienter zu gestalten.

Betrugserkennung und Risikobewertung im Fokus

Besonders häufig setzen Steuerverwaltungen KI zur Aufdeckung von Betrug und Steuerhinterziehung ein. Die Systeme können große Datenmengen analysieren und dabei Muster, Auffälligkeiten oder Zusammenhänge erkennen, die mit klassischen Prüfmethoden nur schwer sichtbar wären.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Risikobewertung. KI unterstützt etwa bei Prognose- und Segmentierungsverfahren, um mögliche Non-Compliance-Risiken früher zu erkennen. Zugleich verändern virtuelle Assistenten und digitale Services die Kommunikation mit Steuerpflichtigen. Sie ermöglichen eine schnellere und stärker personalisierte Unterstützung.

Auch innerhalb der Steuerverwaltungen gewinnt KI an Bedeutung. Sie kann helfen, Fälle nach Dringlichkeit oder Risikoprofil zu priorisieren, Arbeitslasten besser zu verteilen und Ressourcen gezielter einzusetzen. Standardisierte Abläufe lassen sich stärker automatisieren, wodurch Beschäftigte bei Routineaufgaben entlastet werden und mehr Zeit für komplexe Prüfungen oder Einzelfallentscheidungen bleibt.

Vertrauen bleibt zentrale Voraussetzung

Mit der stärkeren Nutzung von KI steigen jedoch auch die Anforderungen an Steuerverwaltungen. Die OECD verweist auf Fragen der Fairness, Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Gerade bei prädiktiven Systemen müsse sichergestellt werden, dass Ergebnisse verhältnismäßig bleiben und Rechte der Steuerpflichtigen geschützt werden.

Risiken bestehen insbesondere bei verzerrten Datengrundlagen, schwer erklärbaren Modellen und sogenannten Black-Box-Effekten. Die OECD arbeitet deshalb im Rahmen ihrer Initiative „Tax Administration 3.0“ an Ansätzen für vertrauenswürdige KI in Steuerverwaltungen. Ziel ist es, allgemeine KI-Prinzipien in praxistaugliche Leitlinien für den Verwaltungsalltag zu übersetzen.

HINWEIS

👉 Der vollständige Beitrag ist auf der Webseite der OECD abrufbar.

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