Welche KI passt zu Ihrer Steuerkanzlei? ChatGPT, Claude & Co. im Überblick
Wer in der Steuerkanzlei KI einsetzen will, braucht vor allem Orientierung: Welche Lösung hilft bei Entwürfen, welche bei aktueller Recherche, welche bei langen Dokumenten und welche passt am besten zur vorhandenen Microsoft- oder Google-Umgebung? Hinzu kommen zwei Punkte, die im Steuerkontext besonders zählen: Wie gut lassen sich Aussagen nachvollziehen, und wie belastbar sind die Schutzmechanismen für vertrauliche Daten? Im Folgenden vergleichen wir die gängigsten Large Language-Modelle (LLM) mit besonderem Fokus auf Einsatzgebiete und Datensicherheit.
KI-LÖSUNGEN IM ÜBERBLICK
| KI-Sprach-modell | Stärke & Einsatzgebiete | Quellen & Nachvollziehbarkeit | Datenschutz |
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| ChatGPT Business/ Enterprise |
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| Claude Team/ Enterprise |
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| Perplexity Enterprise |
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| Gemini in Google Workspace/ Gemini Enterprise |
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| Microsoft 365 Copilot |
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| Mistral Vibe Enterprise |
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PERSONENBEZOGENE DATEN
Auch bei KI-Lösungen mit Business- oder Enterprise-Schutzmechanismen sollten in der Praxis nach Möglichkeit nur anonymisierte oder ausreichend pseudonymisierte Daten eingegeben werden. Personenbezogene, mandatsbezogene oder anderweitig vertrauliche Informationen sollten nur dann verarbeitet werden, wenn dies datenschutzrechtlich, vertraglich und organisatorisch innerhalb der Kanzlei ausdrücklich geprüft und freigegeben ist.
Der Markt hat sich inzwischen so weit ausdifferenziert, dass Steuerkanzleien nicht mehr zwischen „KI ja oder nein“, sondern zwischen sehr unterschiedlichen Nutzungskonzepten wählen können. Das zeigt auch die Verbreitung: ChatGPT ist mit mehr als 700 Millionen wöchentlichen Nutzer:innen die sichtbarste Allzwecklösung, Gemini kommt laut Google auf über 750 Millionen monatlich aktive Nutzer:innen, und Microsoft Copilot liegt laut Microsoft inzwischen bei mehr als 100 Millionen monatlich aktiven Nutzer:innen über kommerzielle und private Nutzung hinweg.
Für Steuerkanzleien folgt daraus aber gerade kein Automatismus zugunsten der größten Plattform. Reichweite ist nicht dasselbe wie Passgenauigkeit. Perplexity bleibt besonders interessant, wenn aktuelle Recherche und sichtbare Quellen im Vordergrund stehen; Claude überzeugt vor allem dort, wo lange Unterlagen ruhig und differenziert verarbeitet werden müssen; Copilot und Gemini entfalten ihren Nutzen vor allem dann, wenn sie tief in die bereits genutzte Arbeitsumgebung eingebettet sind; Mistral ist die europäische Alternative für diejenigen, die Datenhoheit und flexible Bereitstellungsmodelle wollen.
Speziallösungen für Präsentationen, Videos und Infografiken
Eine sinnvolle Ergänzung im Umfeld von KI-Tools für Steuerkanzleien ist NotebookLM. Anders als klassische Chat-Assistenten arbeitet das Tool quellengebunden: Es stützt sich auf die Unterlagen, die Nutzer:innen selbst bereitstellen, etwa PDFs, Webseiten, Mitschriften, Notizen oder andere Arbeitsmaterialien. Gerade für Kanzleien ist das interessant, wenn es weniger um offene Recherche als um die strukturierte Auswertung vorhandener Informationen geht. NotebookLM kann aus diesen Quellen folgende Formate erstellen:
- Zusammenfassungen
- Antworten mit Quellenbezug
- Notizen
- Mindmaps
- Audio- und Video-Zusammenfassungen
- Flashcards
- Quizformate
- Infografiken
- Präsentationen
Im Unterschied zu einem allgemeinen ChatGPT- oder Gemini-Chat liegt der Mehrwert damit nicht in möglichst breitem Weltwissen, sondern in der fokussierten Arbeit mit dem eigenen Material.
Laut Google wird NotebookLM nicht mit hochgeladenen Workspace-Nutzerdaten trainiert, und Quellen bleiben privat, solange ein Notebook nicht freigegeben wird.
FAZIT
Für Steuerkanzleien gibt es nicht die eine beste KI, sondern nur die Lösung, die am besten zum eigenen Einsatzzweck passt. Entscheidend sind daher weniger Bekanntheit oder Reichweite als vielmehr Nachvollziehbarkeit, Datenschutz und die Einbindung in die bestehenden Arbeitsabläufe.
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ (KI)
Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert zahlreiche Branchen, und die Steuerberatung ist keine Ausnahme.