Sammelauskunftsersuchen zu Bitcoin.de!
In den vergangenen Wochen hat eine Pressemitteilung für Aufsehen gesorgt. Zahlreiche Krypto-Anleger erhielten daraufhin Post vom Finanzamt mit dem Hinweis, dass ihre Daten im Rahmen eines sogenannten Sammelauskunftsersuchens von der Plattform Bitcoin.de an die Steuerbehörden übermittelt wurden. Was auf den ersten Blick wie „großes Fischen im Trüben“ wirkt, ist in Wahrheit ein scharfes Instrument der Steuerfahndung und sendet ein Signal, das weit über den Einzelfall hinaus von Bedeutung ist.
❓ Was steckt hinter einem Sammelauskunftsersuchen?
Ein Sammelauskunftsersuchen erlaubt es den Finanzbehörden, massenhaft Daten von Plattformen hier: Bitcoin.de anzufordern. Damit lassen sich Steuerpflichtige identifizieren, die bislang keine oder unvollständige Angaben zu ihren Krypto-Geschäften gemacht haben.
Neu ist das Prinzip nicht: Vergleichbare Maßnahmen gab es in der Vergangenheit bereits bei Online-Brokern, Banken oder sogar bei eBay-Power-Sellern. Doch die Anwendung im Krypto-Bereich zeigt, dass sich die Steuerbehörden zunehmend professionell aufstellen und das Thema Kryptogewinne in den Fokus rückt.
🔎 Unsere Beobachtung aus der Beratungspraxis
In der Praxis erleben wir seit Jahren, dass viele Anleger die steuerlichen Folgen von Kryptowährungen unterschätzen. Häufig wird nur auf Gewinne geschaut, nicht aber auf die Dokumentation und Deklaration. Das aktuelle Vorgehen der Finanzämter bringt dies nun auf den Punkt: Wer seine Transaktionen nicht sauber aufgearbeitet hat, muss damit rechnen, dass die Steuerfahndung früher oder später anklopft.
Wir beobachten außerdem, dass viele Mandanten, die uns aktuell ansprechen, haben zum Teil bereits vor langer Zeit verkauft, haben aber keine Unterlagen parat. Ohne Nachweise wird die Verteidigung im Strafverfahren allerdings schwierig. Genau hier entstehen unnötige steuerliche sowie strafrechtliche Risiken.
🛜 Ein Signal mit Breitenwirkung
Dass Bitcoin.de ins Visier genommen wurde, sollte man nicht isoliert sehen. Mit der europäischen Richtlinie DAC 8 und dem internationalen Meldeverfahren CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) stehen ab 2026 ohnehin verpflichtende Meldungen von Transaktionsdaten an die Steuerbehörden an.
Das Sammelauskunftsersuchen ist also kein Einzelfall, sondern eher ein Testlauf, wie konsequent Daten im Krypto-Bereich genutzt werden können. Anleger sollten dies als Warnsignal verstehen: Die Zeiten, in denen Krypto ein steuerfreier „Graubereich“ war, sind endgültig vorbei.
🤷 Wie sollte man reagieren?
1. Ruhe bewahren: Ein Sammelauskunftsersuchen ist nicht automatisch Steuerhinterziehung, aber es bedeutet, dass die Finanzverwaltung Informationen über dich hat
2. Dokumentation aufarbeiten: Transaktionshistorien von Exchanges, Wallets und On-Chain-Aktivitäten sind das Fundament einer sauberen Erklärung.
3. Professionelle Hilfe suchen: Gerade wenn größere Summen im Spiel sind, ist die Aufbereitung komplexer Transaktionen ohne Spezialsoftware und steuerliche Expertise kaum machbar.
4. Proaktiv handeln: Eine freiwillige Nacherklärung kann im Zweifel strafbefreiend wirken – aber nur, wenn sie vollständig und rechtzeitig erfolgt.
FAZIT
Vom Einzelfall zur neuen Normalität
Das Sammelauskunftsersuchen gegen Bitcoin.de zeigt, dass Steuerbehörden bereit sind, Krypto-Investoren genauer unter die Lupe zu nehmen. Für uns als Experten auf diesem Gebiet ist das keine Überraschung, sondern ein klares Zeichen, dass Compliance im Kryptobereich nicht länger optional ist.
Unser Rat: Wer Kryptowährungen gehandelt hat, sollte seine Transaktionen wie ein notwendiges Übel behandeln – nachvollziehbar, vollständig und prüfungssicher. Was heute noch eine unangenehme Überraschung ist, wird in wenigen Jahren Standard werden.
Zur Aufbereitung solcher Daten stehen neben spezialisierten Anbietern und versierten Steuerberatern auch verschiedene digitale Lösungen, wie beispielsweise Cointracking, zur Verfügung.
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