Agentische KI verkürzt Verwaltungsverfahren

Deutschland gewinnt KI-Preis für Genehmigungsplattform

Roboter mit Medaille dargestellt auf Laptop Bild: AI-generated via canva.com

Deutschland ist beim World Government Summit in Dubai mit einem Preis für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Best Use of AI in Government Services“ überzeugte eine agentische KI, die Planungs- und Genehmigungsverfahren bei Infrastrukturvorhaben beschleunigt. Entwickelt wurde die Technologie vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung. Die Finanzierung übernahm das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Ausbaus der Wasserstoff-Infrastruktur. 

Die KI analysiert umfangreiche Antragsunterlagen in wenigen Stunden, strukturiert Inhalte und prüft, ob alle Nachweise vorliegen. Auf dieser Grundlage erstellt sie fundierte Entscheidungsvorschläge. Die Verantwortung für die Entscheidung bleibt bei den zuständigen Mitarbeitenden. Ziel ist eine Entlastung der Verwaltung bei gleichzeitiger Beschleunigung der Verfahren. Erste Anwendungen betreffen den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes. 

Einsatz in der Verwaltung & geplante Open-Source-Strategie

Die Lösung lässt sich auf verschiedene Rechtsgebiete anwenden, darunter das Planungs- und Genehmigungsrecht sowie Umwelt- oder Immissionsschutz. In Hamburg ist die KI bereits im Einsatz. Weitere Pilotprojekte laufen in Nordrhein-Westfalen, etwa bei Genehmigungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Auch das Fernstraßen-Bundesamt arbeitet an einer Implementierung. 

Die Bundesregierung plant, den Quellcode als Open Source bereitzustellen. Damit sollen Bund, Länder und Kommunen die Möglichkeit erhalten, die Technologie selbstständig zu nutzen. Der Gedanke dahinter ist Wiederverwendbarkeit: Was einmal entwickelt wurde, soll mehrfach Wirkung entfalten. 

Karsten Wildberger

Karsten Wildberger

Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung

Dieser Preis unterstreicht: Deutschland kann bei KI in der Verwaltung in der ersten Liga mitspielen. Unsere technische Lösung nutzt sogenannte agentische KI und verkürzt Verfahren, die heute Monate dauern, auf Tage. Wir werden diese Technologie nun als Open-Source-Code bereitstellen und Stück für Stück im Land zur Nachnutzung anbieten. Damit schaffen wir eine Blaupause für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Genehmigungsverfahren und stärken gleichzeitig unsere digitale Souveränität.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger betont den Beitrag zur digitalen Souveränität. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht in der Lösung eine Chance, zentrale Infrastrukturprojekte schneller umzusetzen und gleichzeitig die Verwaltung effizienter zu gestalten. 

© Woithe, bmds.bund.de

Quelle:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Pressemitteilung vom 04.02.26

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